Personal führen
Umfrageergebnisse zeigen ein klares Bild: Arbeitnehmer*innen wünschen sich Wertschätzung, ehrliches Feedback und ehrliches Interesse von ihren Chefs. Das klingt eigentlich nicht so schwer - ist es aber häufig doch. Denn diese Kompetenzen kann man nicht im Seminar lernen oder sich anlesen – sie sind eine Frage der Haltung. Wie sehe ich meine Mitarbeiter und welche Werte liegen meiner Haltung zugrunde. Basiert Ihre Haltung auf Wertschätzung, Respekt, Ehrlichkeit und Vertrauen und kommunizieren Sie auf Augenhöhe, sollten die oben genannten drei Wünsche Ihrer Mitarbeiter*innen in Erfüllung gehen.
Klar im Ton – fair im Tun
Klar im Ton – fair im Tun
Wie Sie als Betriebsinhaber Leistung und Verbindlichkeit einfordern und Ihr Team trotzdem motivieren und halten
Ein Azubi möchte mehr Verantwortung übernehmen. Gleichzeitig wünschen Sie sich, dass er die vereinbarten Arbeitszeiten verlässlich einhält. Wie bringen Sie beides zusammen?
Wer einen Betrieb führt, kennt solche Momente. Man möchte fair sein und trotzdem Verlässlichkeit erleben. Die gute Nachricht: Sie müssen sich nicht zwischen Klarheit und Wertschätzung entscheiden. Beides stärkt sich gegenseitig. Wie das im Alltag gelingt, zeigt dieser Beitrag.
Warum sich Klarheit auszahlt
Ein Handwerksbetrieb lebt davon, dass sich alle aufeinander verlassen können: auf der Baustelle, in der Werkstatt, im Verkauf. Unklare Erwartungen kosten dort schnell Zeit, Nerven und Qualität. Klare Ansagen sparen dagegen Rückfragen, verhindern Ärger im Team und geben gerade jungen Mitarbeitenden Orientierung. Wer weiß, was gilt, kann Verantwortung übernehmen. Wer raten muss, hält sich zurück oder macht es auf eigene Faust.
Klarheit ist dabei keine Frage des Tons. Man kann freundlich und trotzdem unmissverständlich sein. Genau das meint der Titel dieses Beitrags: klar im Ton, fair im Tun.
Drei Situationen, drei Gespräche
Wie sieht das in der Praxis aus? Drei Situationen, wie sie in vielen Betrieben vorkommen.
Der Mitarbeiter, der zu spät kommt und mehr Geld will. Trennen Sie die beiden Themen. Die Gehaltsfrage ist legitim und verdient ein eigenes Gespräch. Das Zuspätkommen ist ein Verstoß gegen eine Vereinbarung. Wenn Sie beides vermischen, entsteht schnell der Eindruck, Pünktlichkeit lasse sich verhandeln. Sagen Sie klar, was Sie erwarten, und machen Sie deutlich, dass Entwicklung und Verlässlichkeit zusammengehören.
Der Azubi, der mehr Verantwortung will. Das ist ein gutes Zeichen, denn Motivation ist vorhanden. Nutzen Sie sie, aber verknüpfen Sie Verantwortung mit einer Gegenleistung: Wer eigene Aufgaben übernehmen möchte, muss sich auf die Grundlagen verlassen lassen, etwa auf Arbeitszeiten. Vereinbaren Sie konkret, woran Sie merken, dass der nächste Schritt möglich ist.
Die Mitarbeiterin, die montags häufig fehlt. Hier liegt die Konsequenz zuerst im Ansprechen. Wer das Gefühl hat, dass etwas nicht stimmt, und schweigt, lässt beide Seiten im Ungewissen. Ein ruhiges, vertrauliches Gespräch, das Beobachtungen schildert und keine Vorwürfe macht, kann viel klären. Fragen Sie, was los ist, statt Ursachen zu unterstellen, und fragen Sie, was Ihre Mitarbeiterin braucht.
In allen drei Fällen gilt: Der Ton macht den Unterschied. Klar in der Sache, respektvoll im Umgang. Wer so spricht, wird ernst genommen und bleibt trotzdem der Chef, mit dem man gern arbeitet.
Drei Tipps für Ihren Betrieb
Sagen Sie klar, was Sie erwarten und was Sie dafür bieten. Wer seine Erwartungen offen formuliert, vermeidet Missverständnisse, bevor sie entstehen. Nennen Sie auch, was Ihr Team von Ihnen erwarten darf.
Sprechen Sie Abweichungen früh und sachlich an, statt zu schweigen. Ein kurzes Gespräch zur richtigen Zeit erspart später eine große Auseinandersetzung. Koppeln Sie mehr Verantwortung an verlässliche Absprachen. So wird Entwicklung für beide Seiten nachvollziehbar und fair.
Fazit
Klar im Ton und fair im Tun schließen sich nicht aus. Wer klare Erwartungen mit Wertschätzung verbindet, schafft Verlässlichkeit und hält gute Leute im Betrieb.
Sie möchten das Thema vertiefen und sich mit anderen Betrieben austauschen?
Dazu laden wir Sie zu unserem Lüüd-Forum „Klar im Ton – fair im Tun" am 10. November 2026 ein.
Oder sprechen Sie uns direkt an: Wir beraten Sie gern persönlich bei Ihnen im Betrieb, in der Handwerkskammer oder online.
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Unternehmenswerte und Kultur
Die Werte der Arbeitnehmer*innen haben sich in den letzten Jahren stark verändert und werden es weiterhin tun. Während man die Generation der Baby-Boomer vielleicht noch mit einem Firmenwagen locken konnte, legt die junge Generation eher Wert auf eine gute Work-Life-Balance und eine sinnstiftende Arbeit. Die Arbeit muss Spaß machen, einen Sinn haben und mit Zufriedenheit erfüllen. Unter diesen Voraussetzungen ist man auch viel eher bereit, sich aktiv einzubringen und Verantwortung zu tragen.
Zu einer guten Unternehmenskultur tragen z.B. die folgenden Punkte bei:
Mitarbeiterorientierung
Stellen Sie die Belange und Bedürfnisse Ihre Mitarbeiter*innen in den Mittelpunkt und schaffen Sie eine Kultur der Wertschätzung und des Vertrauens.
Offene Kommunikation
Fördern Sie die offene und transparente Kommunikation mit und in Ihrem Team. Mehr hierzu unter interne Kommunikation >>.
Klare Werte
Definieren Sie gemeinsam mit Ihrem Team klare Werte, die die Grundlage Ihrer Zusammenarbeit bilden und von allen getragen werden. Diese können sein Vertrauen, Qualität, Zuverlässigkeit u.w.
Praktische Führungsinstrumente
Gute Führungskräfte motivieren ihre Mitarbeitenden, fördern die Leistung und tragen die Unternehmenswerte in ihr Team. Hier ein paar Führungsinstrumente, die Ihnen dabei helfen können für Ihre Mitarbeiter eine gute Führungskraft zu:
Mitarbeitergespräche
Auch beim Thema Führung ist das Mitarbeitergespräch das stärkste und wirksamste Instrument. Hier können Sie
- über Entwicklungsperspektiven, Ziele und auch Probleme sprechen und gezielt unterstützen.
- Feedback geben, Lob und Anerkennung für positive Leistungen aussprechen und auch durch konstruktive Kritik Verbesserungspotenzial identifizieren.
- Ihrem Mitarbeiter die Werte vermitteln, die Ihnen wichtig sind und als Vorbild agieren.
Mehr Informationen, Handlungshilfen und eine Checkliste zum Mitarbeitergespräch finden Sie hier >>
Zielvereinbarungen
Gemeinsam mit dem Mitarbeiter festgelegte Ziele, die zu Ihrer Unternehmensstrategie passen sind ein Gewinn für beide Seiten. Zusammen vereinbarte Ziele geben dem Mitarbeiter Orientierung und fördern die Motivation und Eigenverantwortung. Wichtig ist,darauf zu achten, dass die Ziele erreichbar sind und Sie Ihrem Mitarbeiter Unterstützung bei der Zielerreichung anbieten. Detaillierte Informationen zum Thema Ziele vereinbaren finden Sie hier >>
Teamentwicklung und Kommunikation
Gute Teams erreichen mehr, entstehen aber leider nicht von alleine. Auch hier sind Sie als Führungskraft gefragt. Fördern Sie die Teamarbeit durch eine regelmäßige und offene Kommunikation, durch regelmäßige Teamsitzungen oder durch ein monatliches gemeinsames Frühstück. Teamevents, die Sie gemeinsam mit Ihrer Belegschaft planen, tragen ebenfalls zur Teamentwicklung bei.
Interne Kommunikation
Eine gute interne Kommunikation ist ein wesentlicher Erfolgsfaktor für die Motivation und Zufriedenheit Ihrer Belegschaft und die Umsetzung Ihrer Unternehmensziele. Nur ein gut informierter Mitarbeiter weiß, was er zu tun hat, kommt motiviert zur Arbeit und identifiziert sich mit seinem Arbeitgeber. Halten Sie Ihre Belegschaft auf dem Laufenden über die aktuelle Situation im Betrieb und anstehende Veränderungen. So nehmen Sie alle mit, schaffen Vertrauen und beugen auch der „Gerüchteküche“ vor.
Durch eine gute interne Kommunikation stellen Sie sicher, dass
- Ihre Mitarbeiter*innen gut informiert sind über relevante Informationen zum Betrieb, Unternehmensrichtlinien, Aufträge, Abläufe und Veränderungen.
- alle Mitarbeiter*innen die Ziele Ihres Unternehmens verstehen und wissen, welchen Beitrag sie dazu leisten können.
- die Teams effektiv zusammenarbeiten können, Missverständnisse und Fehler reduziert werden
- Sie immer im Austausch mit Ihrer Belegschaft und die Mitarbeiter*innen untereinander sind. Das ist ein wichtiger Beitrag für ein gutes Betriebsklima und eine funktionierende Unternehmenskultur.
Hier ein paar Instrumente und Tipps, die Sie für Ihre interne Kommunikation nutzen können:
- Gehen Sie regelmäßig mit Ihrem Team im Rahmen von Teamsitzungen oder kurzen Besprechungen in den Austausch. So können Sie allen Mitarbeiter*innen zeitgleich wichtige Informationen vermitteln, auf Fragen reagieren und in den Dialog gehen. Zusätzlich fördern sie damit den Austausch und die Zusammenarbeit der Kollege*innen untereinander.
- Man hat nicht immer die Gelegenheit alle Mitarbeiter*innen an einen Tisch zu bekommen. Informationen, welche die gesamte Belegschaft betreffen wie z. B. eine geplante Schulung oder Firmenevents, können auch über einen internen Newsletter, eine Pinnwand oder Rundschreiben verschickt werden.
- Die meisten Arbeitnehmer*innen wünschen sich ein gutes Betriebsklima und Spaß bei der Arbeit. Fördern Sie die Kommunikation durch gemeinsame Teamevents oder Firmenfeiern. Beziehen Sie Ihre Belegschaft bei der Planung mit ein.
- Das persönliche Gespräch spielt auch in der internen Kommunikation mit die wichtigste Rolle und ist durch nichts zu ersetzen. Hier können Sie unmittelbar in den Austausch gehen und auf Gesagtes direkt reagieren. Vermitteln Sie Ihrer Belegschaft, dass Sie immer ein offenes Ohr für sie haben, so schaffen Sie Vertrauen und können Konflikten vorbeugen.